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Regression und Individuation

Alfred Döblins Naturphilosophie und späte Romane vor dem Hintergrund einer Affinität zu Freuds Metapsychologie

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Ingrid Maass

Im Zentrum von Döblins Spätwerk steht die Dichotomie von Naturverfallenheit und Autonomie, Triebabhängigkeit und Rationalität, Regression und Individuation. Der Autor gestaltet dieses Thema vor dem Hintergrund seines Wissens über das Unbewußte und seiner Kenntnisse der Freudschen Metapsychologie. Der gängige Topos der Döblin-Forschung - die ambivalente Haltung Döblins gegenüber der Psychoanalyse - muß dahingehend modifiziert werden, daß sich eine Affinität im Denken Döblins und Freuds nachweisen läßt. Analysiert man das Werk Döblins vor dem Hintergrund dieser Affinität, so wird deutlich, daß der Autor die obengenannte Dichotomie im Sinne einer kritisch gegen sich selbst gewendeten Aufklärung aufzulösen sucht und keineswegs irrationale Positionen vertritt. Döblins Exilwerk ist gerade deswegen auch ein immer noch aktueller Beitrag zu der Frage nach den Bedingungen, die den Zivilisationsbruch des Nationalsozialismus möglich gemacht haben.
Aus dem Inhalt: Überlegungen zu einer «selbständigen Abhängigkeit» - Naturphilosophische und medizinische Schriften und ihre Affinität zu Freuds Metapsychologie - Konsequenzen für das ästhetische Programm - Analyse der Gestaltung der Dichotomie von Regression und Individuation im Hamlet und im Amazonas.