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Orient und Abendland

Ethisch-moralische Aspekte in Wolframs Epen "Parzival</I> und "Willehalm</I>

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Alfred Raucheisen

«Orient und Abendland» - ein Begriffspaar, das auf die antithetische Ausgestaltung der Orientfiguren und -motive in den Werken Wolframs von Eschenbach hinweist. Wolfram thematisiert mit der für seine Zeit ungewöhnlichen Technik ethisch-moralische Aspekte im Bild der höfischen Gesellschaft und übt Kritik am Selbstverständnis, Dasein und Auftritt des adligen Abendlandes. Mit den vorbildlichen Orientalen, aber auch mit den von ihm entworfenen gesellschaftlichen Leitbildern zeigt er Gegenentwürfe, die schon in den Bereich der Utopie gehören. Der Nachweis, daß Gesellschaftskritik und utopisches Denken dem Mittelalter ebenso angehören wie später der Neuzeit, gelingt dem Autor schließlich durch textnahe Analyse und den Vergleich mit zeitgenössischen Autoren wie Walther, Gottfried und Freidank.
Aus dem Inhalt: Literarische Tradition und der Orient in der Literatur vor Wolfram - Wolframs Weltsicht und Kritik in der Darstellung der Orientalen und des Abendlandes in Parzival und Willehalm - Die Utopie der Gralgesellschaft im Parzival - Willehalm und Gyburc im Willehalm als Wolframsche Ideale - Wolframs literarische Umwelt: Freidank, Walther und Gottfried - Vier Exkurse zu zentralen Begriffen der Arbeit sowie zu kleineren Werken Wolframs.