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Erfindung und Kritik

Rhetorik im Zeichen der Frühaufklärung bei Gottsched und seinen Zeitgenossen

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Hermann Stauffer

Die Studie befaßt sich mit der Rhetoriktheorie im 18. Jahrhundert unter dem Einfluß der Philosophie zwischen Leibniz, Wolff und Kant. Nach einem Überblick über die wesentliche Rolle der Topik seit der Antike werden mit der Kritik an den Topossammlungen, am barocken Verständnis von «Überzeugung» und am «Angemessenen» zentrale Gebiete für den historischen Wandel in der Aufklärungszeit benannt. Die Vorreiterrolle Gottscheds, seine Betonung der «vernünftigen» inventio und des «natürlichen» Denkens stehen im Mittelpunkt, wobei das Verhältnis von Rhetorik und Dialektik ebenso angesprochen wird wie die Kritik an barocken Erfindungstechniken, die Bewertung der «Realien» und die Praxis der Gelegenheitsrede. Der Exkurs verdeutlicht dies am Beispiel von Gottscheds Opitz-Rede.
Aus dem Inhalt: Die Schlüsselrolle der humanistischen Rhetorik - Französische Vorbilder im Wandel - Die Diskussion der themata allegorica - Das Mittel des Criticus: die vernünftige Meditation - Die Lehre von den Redegattungen - Seelenkunde und Vernunftethos - Grade der Plausibilität.