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«Pathologie und Passion» in Goethes Roman «Die Leiden des jungen Werther»

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Jasmin Hermann-Huwe

Die Leiden des jungen Werther sind oft und vielfältig interpretiert worden. Die vorliegende Arbeit legt in ausführlicher Auseinandersetzung mit der Sekundärliteratur und dem Werther-Text das Phänomen der Liebe in Goethes Jugendroman als virulent zerstörerische Erfahrung dar. Im Gegensatz zu der Auffassung zeitgenössischer wie auch neuerer Sekundärquellen, die Lotte als tugendhaftes, mütterliches und passives Gegenüber begreifen, wird Lotte eine für Werther verderbliche Eigenständigkeit des Denkens und Handels nachgewiesen. Dieser Interpretationsansatz macht eine Auseinandersetzung nicht nur mit Goethes Werther, sondern mit der aus ihm hervorgegangenen Literatur unter ganz anderen Prämissen möglich. Werthers Liebesschicksal erscheint transitorisch gesehen als Allgemeingültiges und Überzeitliches, als eine Seinsweise.
Aus dem Inhalt: Zum Phänomen des Pathologischen in der Liebesbeziehung in Goethes Die Leiden des jungen Werther - Zeitgenössische Reaktionen auf Werthers Leiden - Werthers Leiden und die (Literatur)-Psychologie - Die Leiden Werthers als Leiden an der Geliebten - Zur Wirkung der Leiden Werthers als Leiden an der Geliebten auf Jean Pauls Abelard und Heloise und Ivan Bunins Mitjas Liebe.