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Senecas Frauenbild in den philosophischen Schriften

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Mauch

Der bedeutendste Vertreter der Stoa in Rom, Lucius Annaeus Seneca, der Erzieher Neros, hinterließ ein umfangreiches philosophisches Werk. Es enthält bemerkenswerte theoretische Äußerungen über die natürliche Veranlagung der Frau und das Verhältnis der Geschlechter, eindrucksvolle Frauenporträts sowie zwei Trostschriften, die sich explizit an zwei Frauen richten. Das hier zutage tretende Frauenbild Senecas erscheint auf den ersten Blick zwiespältig und inkonsequent. Die Untersuchung der einschlägigen Passagen, die traditionelles römisches Denken, stoische Lehre, pädagogische Absicht und persönliche Erfahrung spiegeln, zeigt aber, daß der Philosoph bei der Beurteilung des menschlichen Sittenverhaltens keine geschlechtliche, sondern eine graduelle Differenzierung vornimmt, die ethische Gleichheit von Mann und Frau, die Forderung nach gleicher Erziehung und Bildung vertritt und der Frau in demselben Maße wie dem Mann die Befähigung zukommen läßt, sich durch die Beschäftigung mit der Philosophie dem stoischen Ideal anzunähern.
Aus dem Inhalt: Das Frauenbild in der stoischen Philosophie - Prinzipielle ethische Gleichheit der Geschlechter - Die Frau als paradigmatische Gestalt - Stellung der Frau im antiken Rom - Trauer und Trost in der antiken Philosophie - Gesellschaftszustände der römischen Kaiserzeit.