Show Less
Restricted access

Psychophysiologische Indikatoren automatischer Aufmerksamkeit im Wachkoma

Diagnostische und prognostische Implikationen

Series:

Nicola Rendtorff-Wagner

Im andauernden Wachkoma (apallisches Syndrom oder persistent vegetative state (PVS)) sind die Patienten nicht ansprechbar und sie zeigen keine äußeren Anzeichen für eine Bewußtseinstätigkeit. Eine zuverlässige Diagnostik sensorischer oder kognitiver Funktionen ist daher kaum möglich. In dieser Untersuchung wurden akustische ereigniskorrelierte Potentiale (AEPs) eingesetzt, die eine objektive Erfassung der Reaktivität auf äußere Reize erlauben, ohne daß dazu eine Mitarbeit der Patienten erforderlich wäre. Bei etwa der Hälfte der Patienten konnten solche AEPs («Vertexpotential»N1/P2, Mismatch Negativity) abgeleitet werden, die als Korrelate der Beachtung und der automatischen Diskrimination von akustischen Reizen betrachtet werden. Es gelang damit, automatische Aufmerksamkeitsfunktionen bei den Patienten nachzuweisen. Die AEPs korrelierten signifikant mit der Komatiefe bzw. mit dem klinischen Verlauf.
Aus dem Inhalt: Das apallische Syndrom: Ursache und Prognose - Vorstellung verschiedener ereigniskorrelierter Potentiale (EKP) als Indikatoren automatischer Aufmerksamkeitsprozesse - Methodik und Ergebnisse der Ableitung von EKP als Indikatoren automatischer Aufmerksamkeit bei apallischen Patienten -Diskussion der Ergebnisse hinsichtlich diagnostischer und prognostischer Implikationen.