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Patriotismus deutscher Juden von der napoleonischen Ära bis zum Kaiserreich

Zwischen korporativem Loyalismus und individueller deutsch-jüdischer Identität

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Erik Lindner

Die Identität der Juden in Deutschland wurde im 19. Jahrhundert wesentlich durch ihren Patriotismus beeinflußt. Der Autor skizziert dessen Wurzeln und Entwicklung auf breiter Quellenbasis (internationale Archive, jüdische Presse, politische Literatur und Lyrik). Deutlich wird die prägende Vermittlerrolle von Lehrern, Reformrabbinern, Journalisten und Politikern. Intensive Bearbeitung erfährt der in der Emanzipationsdebatte hochrelevante Militärdienst, während eine kritische Funktionsanalyse des Patriotismus den Grad seiner Verinnerlichung bzw. Instrumentalisierung behandelt. Es gelingt, den Patriotismus deutscher Juden - ohne die Einbeziehung Getaufter - in der originären Darstellung seiner verschiedenen Ausdrucksformen (u.a. Festkultur, deutsche Nationalbewegung) umfassend zu dokumentieren.
Aus dem Inhalt: Entstehung des Patriotismus deutscher Juden zwischen Spätaufklärung und Kaiserreich - Napoleonische Ära - Befreiungskriege 1813-15 - Jüdische Reformbewegung und Akkulturation - Wehrpflicht - Landtagsdebatten - Liberalismus und Judenemanzipation - Revolution 1848/49 - Nationalstaatsstreben - Bürgerliche Festkultur - Kriege 1864-71.