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Der Erzähler Heinrich Böll

Änderungen seiner narrativen Strategie und ihre Hintergründe

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Ingo Lehnick

Der literarische Rang Heinrich Bölls gründet sich in erster Linie auf sein Erzählwerk. Zugleich hält sich hartnäckig die Auffassung, in qualitativer Hinsicht sei der einzige deutsche Literaturnobelpreisträger der Nachkriegszeit ein eher zweitrangiger Erzähler gewesen. Unabhängig von der subjektiven Anschauung der Interpreten läßt sich analytisch zeigen, daß Böll das Sinnganze seiner Dichtungen und damit auch epochale Erfahrungen seiner Zeit erzählstrategisch äußerst pointiert umgesetzt hat. Dabei wird deutlich, daß seine Einordnung als Realist zu kurz greift. Änderungen von Bölls Erzählweise werden mit dem Instrumentarium des Marburger Narrativikmodells erläutert und die Gründe für ihre Wahl mit Hilfe der literaturwissenschaftlichen Komponentenanalyse erhellt.
Aus dem Inhalt: Die selektive Polyperspektive als Erzählstrategie in Billard um halb zehn - Der Sinn der abgestuften Perspektivierung in Keine Träne um Schmeck - Die konsequente Ich-Beschränkung in Ansichten eines Clowns - Die ungewohnte Diskrepanz zwischen Auktorialität und Wissenshorizont in Gruppenbild mit Dame.