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Die illustrierten Flavius-Josephus-Handschriften des Hochmittelalters

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Ulrike Liebl

Die beiden Hauptwerke des jüdischen Historikers Flavius Josephus (37/38 - um 100nC.) erleben während des Hochmittelalters eine einzigartige Blüte. Dies gilt sowohl hinsichtlich der Handschriftendichte als auch hinsichtlich ihrer Ausstattung, die sie weit über das sonst übliche Niveau in Handschriften historischer Texte hinaushebt. Die Gründe für diese Sonderstellung sind primär auf die Neubewertung der Bibel als Geschichtsbuch sowie auf das vorherrschende Verständnis der Josephus-Texte als Bibelparaphrase und -kommentar zurückzuführen. Das annähernd zeitgleiche Aufkommen des neuen Typs der romanischen Bibel und der illustrierten Josephus-Kodizes erklärt sich somit aus einem ursächlichen Zusammenhang - Bibel und Josephus werden einander in der Bedeutung angenähert, ihre Ausstattung angeglichen.
Aus dem Inhalt: Abriß zu Leben und Werk des Flavius Josephus - Textüberlieferung und Handschriftendichte in der griechischen und lateinischen Tradition - Wandlungen in der Rezeptions- und Wirkungsgeschichte des Autors vor dem Hintergrund allgemeiner Tendenzen des 12. Jahrhunderts - Kodikologie und Ausstattung der illustrierten Josephus-Handschriften - Thematik und Ikonographie der Illustrationen zu den einzelnen Büchern der beiden Hauptwerke des Josephus - Vergleichende Gegenüberstellung zweier ausführlicher Illustrationsfolgen - Untersuchung der Frage eines hypothetischen Urzyklus in spätantiker Zeit - Ausführlicher beschreibender Katalog der illustrierten Josephus-Handschriften des 9. bis 14. Jahrhunderts.