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Hebbels Einbildungskraft - Die dunkle Natur

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Friedrich A. Kittler

Als Schreiber geschichtsphilosophischer Tragödien ist Hebbel so berühmt wie vergessen. Es gibt jedoch andere Zugänge. Hebbels Werk quillt über von Edelsteinen, und der Autor zeigt, daß und wie posthegelianische Edelsteine den Umschlag von Geschichte in Natur, Fürsichsein in Ansichsein allegorisieren. Damit aber spielt die Tragödie zum erstenmal nicht mehr bloß in einer Geschichtszeit; sie konfrontiert die Geschichte als solche ihrem Anderen.
Dieser Text ist die späte Drucklegung eines Typoskripts, das noch den Wonnen der Dialektik frönte. Unterm kalten Himmel von 1999 wären andere Worte nötig, um Geschichte als Endlichkeit (im mathematischen Wortsinn) zu denken. Nur das apokryphe Schellingmotto, demzufolge Natur sich immerzu sucht und niemals findet, gilt unter Siliziumbedingungen strenger denn je. Hebbels Steine trinken kein Blut und keine Tränen mehr, sie rechnen.
Aus dem Inhalt: Zur Drucklegung eines alten Typoskripts - Zur Einbildungskraft - Zur Dialektik - Die Katabasis des Bewußtseins - Der Edelstein: die Komödie, die Lyrik, die Tragödie - Der Geist der Natur und der Geist der Rache - Die Katabasis der Dichtung.