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Brecht 90

Schwierigkeiten mit der Kommunikation? Kulturtheoretische Aspekte der Brechtschen Medienprogrammatik-Dokumentation

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Inge Gellert

Im Februar 1990 fanden in Berlin die traditionellen, jährlich zu Brechts Geburtstag veranstalteten, vorerst letzten Internationalen Brecht-Tage statt - in einer historisch einmaligen Situation: nach der sog. Wende, dem Zusammenbruch des Sozialismus, und angesichts gesellschaftlicher Umwälzungen, deren Ausmaße nicht nur nicht erkannt, sondern auch nicht erahnt werden konnten. Das Konferenz-Thema, Aspekte der Brechtschen Medienprogrammatik kritisch zu hinterfragen - noch vor dem Herbst 1989 in mehrfacher Hinsicht ein für die ehemalige DDR subversives Unterfangen - forderte dazu heraus, bestehende medienästhetische und -politische Strukturen in Frage zu stellen und neue Konzepte öffentlicher kultureller Kommunikation zu erörtern. Dahinter stand fast unausgesprochen eine sowohl durch Ernüchterung als auch durch das Festhalten an Utopien gekennzeichnete Debatte nach Wegen in eine total veränderte Zukunkft.
So ist dieses Buch, das als Band 7 die bisherige Schriftenreihe des BrechtZentrumsBerlin fortsetzt, Dokument eines kurzen historischen Moments - auf einem Hügel stehend, besichtigen die Debattanten den «Sumpf am Fuß des Gebirges» mit fragendem Blick auf Gegenwärtiges und Kommendes - und zugleich eines der letzten Zeugnisse aus der Kulturszene der DDR nach der «Revolution» von 1989.
Aus dem Inhalt: Gesellschafts- und kulturtheoretische Aspekte von Brechts Medienprogrammatik - Brechts Medienkritik - Skepsis gegenüber der Sprache - Abschreckungs- und Zerstreuungskunst - Medien und Künste - Brechts medienästhetische Versuche - Neil Postman versus Brecht - Krisenpunkte des Komponierens - Arbeiten für die Schallplatte.