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Kulturelle Identitäten in der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts

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Heinrich Detering and Herbert Krämer

Dieser Band geht der Frage nach, welche Konzepte kultureller Identitäten in Texten der deutschen Literatur vom Anbruch der Moderne bis in die unmittelbare Gegenwart entworfen werden. Die Beiträge erörtern literarhistorische, literatursoziologische und theoretische Grundfragen zum Begriff «kultureller Identität» und bieten Fallstudien zu Texten des dänisch-deutschen Grenzgängers Karl Gjellerup, zu Jean Améry, Bertolt Brecht, Thomas Mann und anderen deutschsprachigen Autoren im Exil, zu literarischen Selbst- und Fremdbildern der beiden deutschen Nachkriegs-Staaten, zu autobiographischen und fiktionalen Identitäten im Werk Stefan Heyms, zu weiblichen Identitätsentwürfen in Texten Ingeborg Bachmanns und Christa Wolfs, zu ost-westlichen Identitäten bei Christa Wolf und Uwe Johnson, zur neuen Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus, Krieg und Holocaust in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, zu Konstruktion und Unterwanderung individueller und kollektiver Identitäten in Wolfgang Koeppens später Prosa und schließlich zum Selbstverständnis neuerer Literatur in der deutschsprachigen Schweiz. Der Band geht zurück auf eine Tagung norwegischer und deutscher Germanisten an der Universität Kiel 1996.
Aus dem Inhalt: Michael Schmidt: Deutsche Literatur zwischen «Verbindlichkeit der Sprache» und «kleiner Literatur» - Heinrich Anz: Ein literarischer Grenzgänger im Fin de siècle. Karl Gjellerup zwischen dänischer und deutscher Literatur - Ivar Sagmo: «Der Schmerz ist das Auge des Geistes». Deutschsprachige Exilschriftsteller zum Thema des Heimat- und Sprachverlustes nach 1933 - Welf Kienast: Über Goethe-Deutsche und Brecht-Deutsche. Brecht und Thomas Mann nehmen Stellung zu Deutschland - Albert Meier «dieser Messerschnitt entlang der Elbe». Bundesrepublik und DDR in zeitkritischen Nachkriegsromanen - Herbert Krämer: Identitäten. Zur Biographie Stefan Heyms und zur Problematik jüdischer Schriftsteller in der DDR - Helgard Mahrdt: «Der Friedhof der ermordeten Töchter». Überlegungen zum Ort 'der' Frau in der Kultur - eine Lektüre von Ingeborg Bachmann und Christa Wolf - Bernd Neumann: Ostdeutsche verus westdeutsche Identität bei Uwe Johnson und Christa Wolf - Rainer Hoppe: Gesines Sehnsucht und D.E.'s Lebenspragmatik. Zwei Beispiele für Ich-Identität in Uwe Johnsons Roman «Jahrestage» - Wolfgang Struck: Reisen ins Herz der Finsternis. Fünf deutsche Bücher - Heinrich Detering: Der Kaiser hinter dem Vorhang. Narrative Identitätskonstitution in Wolfgang Koeppens «Es war einmal in Masuren» - Beatrice Sandberg: Deutschschweizer Autoren der Gegenwart. Identitätskrise und Standortbestimmung im neuen Europa.