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Philosophie und Wissenschaften

Formen und Prozesse ihrer Interaktion

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Hans Jörg Sandkühler

Diese Studien sind in systematischer und historischer Perspektive dem Verhältnis von Philosophie und Wissenschaften gewidmet, genauer: der Frage nach Formen und Prozessen ihrer Interaktion und Desintegration, vornehmlich im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. Gibt es die getrennten Welten der zwei Kulturen, der humanities und der sciences? In welchen Formen und Verläufen und aus welchen Gründen suchten und suchen positive Wissenschaften ihre Eigenständigkeit gegenüber der Philosophie? Wie suchen positive Wissenschaften Rückbindungen an die Philosophie? Warum drängten und drängen Philosophien entweder auf ihre Eigenständigkeit gegenüber den Wissenschaften oder aber auf enge Verbindungen mit ihnen? Schließlich: Welche Theorien ermöglichen angemessene Analysen solcher Prozesse, und mit welchen Methoden sind sie beschreibbar? Die Geschichte der Beziehung zwischen Erkenntnistheorie und Physiologie wird ebenso thematisiert wie der aktuelle Streit über die naturalistische Ersetzung philosophischer Erkenntnistheorie durch empirische Kognitionswissenschaften. Rekonstruktionen wie etwa zur Wissenschaftstheorie der Sozialwissenschaften im Logischen Empirismus oder zur Genese formaler Rechtstheorie aus dem Geist des Neukantianismus erweitern das Spektrum der Untersuchungen.
Aus dem Inhalt: Einheit und Pluralität der Wissenschaft und ihres Gegenstandes - Beziehungen zwischen Sinnesphysiologie und Philosophie im 19. Jahrhundert - Implementierung einzelwissenschaftlichen Wissens in die Philosophie: Die Bedeutung der Gestaltpsychologie - Rechtswissenschaft als Geisteswissenschaft - Sozialwissenschaft auf physikalistischer Grundlage im Wiener Kreis - Schlick und Cassirer über wissenschaftliche Erkenntnis und Relativitätstheorie - Sollten wir die Erkenntnistheorie den Naturwissenschaften überlassen? Zum Verhältnis von Wissenschaft und Philosophie der Geschichte - Die Aufgabe der Wissenschaftsgeschichte.