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Die Zerstörung des Mythos von der friedfertigen Frau

Eine qualitative Forschungsstudie über den Einfluß von sozialen Gruppenkontexten auf das direkte Aggressionsverhalten von Frauen

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Claudia Leeb

Die Forschungsergebnisse verdeutlichen, daß der soziale Gruppenkontext die Varianz des gezeigten Aggressionsverhaltens wesentlich deutlicher mitbestimmt als die Geschlechtszugehörigkeit. Die Autorin entwickelt ein Untersuchungsdesign, das es auf inhaltlicher, qualitativer Ebene ermöglicht, den Einfluß von sozialen Gruppenkontexten auf die Sichtweise von direkter Aggression und Geschlecht zu elaborieren. Real existierenden Frauengruppen werden Filmausschnitte mit aggressiven Verhaltensweisen von Frauen gezeigt und anschließend in der Gruppe diskutiert. Die tiefenhermeneutische Auswertung der Gruppendiskussionen verdeutlicht die Wünsche, Ängste und Phantasien, die im Zusammenhang mit «weiblicher» direkter Aggression stehen, und sie zeigt, daß Gruppenaggressionsstandards unbewußt die persönlichen Stellungnahmen der Frauen bestimmen.
Aus dem Inhalt: Problematik einer angemessenen Aggressionsdefinition für die Frauenforschung - Die «konstruktive» direkte Aggression von Frauen - Klassische Aggressionstheorien und feministische psychoanalytische Theorien sowie ihre Relevanz für die Erklärung der Entwicklung des direkten Aggressionsverhaltens von Frauen - Die Entwicklung des Aggressionsverhaltens im Grundschulalter und in der Adoleszenz - «Weibliche» direkte Aggression im Lichte der interaktionistischen Theorie - Frauengruppen: die Möglichkeit zur Erweiterung des Handlungsspielraumes der Frau - Gruppendiskussionsmethode - Psychoanalytische Textinterpretation.