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Gott und der Welt gefallen

Geschichte eines gnomischen Motivs im hohen Mittelalter

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Klaus Hofbauer

Im hohen Mittelalter wird über einen begrenzten Zeitraum in der deutschen didaktischen Dichtung und Epik oft die Wendung «Gott und der Welt gefallen» vorgetragen. Bei dem im damaligen Denken angenommenen dualistischen Gott-Welt-Kontrast erscheint das Auftauchen dieser harmonisierenden Formel unvermutet. Die Arbeit untersucht, ob dies zutrifft. Einmal wird die Deutung analoger Bibelstellen von den Kirchenvätern bis in die Predigt des Mittelalters durchgesehen. Darauf erfolgt eine Kontext-Analyse der Äquivalenz-Formel in den literarischen Werken. So wird erwiesen, daß es für die Äquivalenz-Auffassung eine Traditionslinie gibt. Zugleich wird erkannt, daß diese Formel eher den Wunsch nach Stabilisierung ausdrückt und Züge eines fast nostalgisch erinnerten Vergangenheitsidols trägt.
Aus dem Inhalt: Dualistischer Gott-Welt-Kontrast - Deutung analoger Bibelstellen von den Kirchenvätern bis zur Predigt des Mittelalters - Kontext-Analyse in den literarischen Werken - Traditionslinie der Äquivalenz-Auffassung.