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Über John Rawls' politischen Liberalismus

Zur Rolle des Vernünftigen in Rawls' Begründung einer politischen Gerechtigkeitstheorie

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Thomas M. Besch

John Rawls' Begründung des politischen Liberalismus steht vor dem Problem, daß sich liberale Inhalte erst dann durch einen faktischen Konsens begründen lassen, wenn die Adressaten dieser Begründung über passende liberale Wertperspektiven verfügen. Rawls reagiert auf dieses Problem, indem er den legitimitätstheoretisch geforderten Konsens über die Grundlagen politischer Macht auf die exklusive Wertperspektive einer substantiellen Tugend der Vernünftigkeit zuschneidet. Doch diese tugendethische Begründung des politischen Liberalismus ist ihrerseits unvernünftig. Disharmonien praktischer Vernunft geben vernünftigen Bürgern Gründe, politische Legitimität nicht verwirklicht zu sehen, wenn die Grundlagen politischer Macht allein aus ihrer Perspektive akzeptabel sind.
Aus dem Inhalt: Über vernünftige umfassende Lehren - Vernünftigkeit und nichtpolitische Werte - Zwischenreflexion - Legitimität, Liberalität und Faktizität - Zur Deutung des tugendethischen Arguments - Legitimität und Disharmonien praktischer Vernunft.