Show Less
Restricted access

Der Einfluß des Zivilrechts auf die strafrechtliche Begriffsbestimmung am Beispiel der Urkundenfälschung gemäß § 267 StGB

Series:

Kirsten Ennuschat

Die Abhandlung untersucht, ob und inwieweit die zivilrechtlichen Regeln über Willenserklärungen Einfluß auf die strafrechtliche Auslegung der Urkunde und ihrer Echtheit haben. Anhand von Beispielen wird der Einfluß jeder einzelnen Zivilrechtsnorm überprüft. Dabei wird zunächst die Erklärung unter eigenem Namen und daran anschließend das Handeln unter fremdem Namen untersucht. Die Verfasserin kommt zu dem Schluß, daß Ausgangspunkt für die strafrechtliche Echtheitsbestimmung die zivilrechtliche Zuordnung der Erklärung zum Anscheinsaussteller ist. Erst wenn die Erklärung zivilrechtlich nicht zugerechnet werden könne, sei zu prüfen, ob die fehlende Zurechenbarkeit zugleich eine Identitätstäuschungsgefahr verursache. In diesem Fall sei strafrechtlich eine unechte Urkunde anzunehmen.
Aus dem Inhalt: Die Erklärung unter eigenem Namen - Einfluß der Geschäftsunfähigkeit auf die Urkunde und ihre Echtheit - Einfluß der Sittenwidrigkeit gem. 138 BGB auf die Urkunde und ihre Echtheit - Willensmängel bei der Erklärungsabgabe - Der geheime Vorbehalt des Erklärenden, das Erklärte nicht zu wollen, 116 BGB - Anfechtung der eigenen Erklärung - Das Handeln unter fremdem Namen - Das stellvertretende Handeln unter fremdem Namen - Die nähere Ausgestaltung des Willens des Namensträgers als Anscheinsausstellers, die Erklärung als eigene gelten zu lassen.