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Passivsynonyme als Elemente der wissenschaftlichen Fachsprache im Deutschen

Untersucht an prominenten Fachtexten des 19. und 20. Jahrhunderts aus den Bereichen der Geisteswissenschaften und der Naturwissenschaften

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Gook-Jin Gang

Passivsynonyme stellen linguistisch ein eigenes Phänomen dar. Syntaktisch betrachtet handelt es sich um aktivische Formen, die jedoch - und darin liegt ihre Besonderheit - semantisch dem Passiv zuzuordnen sind. Von daher eignen sich Passivsynonyme in besonderer Weise dazu, Passivkonstruktionen zu ersetzen. Darüber hinaus nehmen Passivsynonyme in unterschiedlicher Weise zusätzliche semantische Funktionen wahr. So eröffnet sich mit den Fügungen sein + zu + Infinitiv, lassen + sich + Infinitiv, sein + Adjektiv auf -bar und Reflexivpronomen + Verb die Möglichkeit zu impliziter Kennzeichnung der Modalität. Demgegenüber bieten Funktionsverbgefüge die Chance, Unterschiede in der Aktionalität des Geschehens auszudrücken. Insgesamt tragen Passivsynonyme wesentlich zur Ökonomisierung und Versachlichung des Sprachstils bei. Von daher erklärt sich nicht zuletzt ihre bevorzugte Verwendung in der Wissenschaftssprache, deren Entwicklung in den letzten beiden Jahrhunderten der Verfasser anhand methodisch ausgewählter Texte unter diesem speziellen Aspekt untersucht.
Aus dem Inhalt: Die wissenschaftliche Fachsprache als Untersuchungsgegenstand der modernen Linguistik - Passivsynonyme als Varianten des Passivs - Zum Stand der Forschung - Analyse der Fügungen sein + zu + Infinitiv, lassen + sich + Infinitiv, sein + Adjektiv auf -bar, Reflexivpronomen + Verb und der Funktionsverbgefüge - Ihre besondere Funktion in wissenschaftlichen Fachtexten.