Show Less
Restricted access

«Iranian Disease» und «Institutional Gap»

Zur Bedeutung des Erdölsektors und der Islamisierung von Institutionen für die iranische Volkswirtschaft

Series:

Reza Asghari

Der Erdölexportboom veränderte die Struktur der iranischen Volkswirtschaft nachhaltig. Die vom Staat angestrebte Importsubstitutionsstrategie intensivierte den Industrialisierungsprozeß, welcher stark auf den Binnenmarkt ausgerichtet war. Die aufgebaute Industrie ist sehr kapitalintensiv und devisenabhängig. Innerhalb der neuen Industrien gab es wenig Verzahnung. Die Wettbewerbsfähigkeit der iranischen Industrie ist deshalb gering und muß gegenüber ausländischer Konkurrenz durch ein kompliziertes Protektionssystem geschützt werden. Die tiefgreifenden Veränderungen in den Bereichen des Staatswesens, der Wirtschaftsordnung und des Eigentumsrechtes beeinflußten seit der islamischen Revolution die Wirtschaftsentwicklung des Landes im besonderen Maße. Die Institutionenökonomik dient dazu, solche Veränderungen auf der metaökonomischen Ebene zu erfassen und deren Rolle bei der ökonomischen Entwicklung zu analysieren. Der Staatsapparat steht im Spannungsfeld mehrerer politischer Institutionen, wodurch seine Handlungsfähigkeit stark eingeschränkt wird. Anhand des Wirtschaftsprogramms von Rafsandschani wird gezeigt, daß eine Deregulierung und Freisetzung der Marktkräfte nicht automatisch zur ökonomischen Entwicklung führen kann. Vielmehr ist es notwendig, daß die institutionellen Rahmenbedingungen die Marktmechanismen im Sinne einer stetigen Entwicklung unterstützen.
Aus dem Inhalt: Makroökonomie des Iran - Exportboom und Industrialisierung - Importsubstitutionspolitik - Institutionenökonomie und Entwicklungspolitik - Islamische Aufklärung und ökonomisches Wachstum.