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Innovation oder Rückgriff?

Studien zur Begriffsgeschichte des musikalischen Neoklassizismus

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Gereon Diepgen

Der Ausdruck Neoklassizismus nimmt in der Musikgeschichtsschreibung des 20. Jahrhunderts eine zentrale Position ein. Erst eine systematische begriffsgeschichtliche Aufarbeitung des umfangreichen Quellenmaterials ermöglicht die Klärung der divergierenden Sinngehalte dieses Terminus, der von jeher kontrovers verstanden und behandelt wurde. Die Erläuterungen zur Strawinsky-Rezeption, zu Busonis utopischer Klassizitätsidee bis hin zu Adornos apodiktischen Verdikten und darüber hinaus Querverweise auf Literatur und Bildende Kunst zeichnen ein regelrechtes Panorama der ästhetischen Befindlichkeit der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts. Gleichzeitig läßt sich am Problem des musikalischen Neoklassizismus die noch heute aktuelle Diskussion um eine 'wahrhaft authentische' neue Musik ablesen und entschlüsseln.
Aus dem Inhalt: Neoklassizismus im Spiegel der Strawinsky-Rezeption 1920 bis 1930 - Vorgeschichte bis 1910; Zur Vorgeschichte in Frankreich; Felix Weingartner 1898: Vom Klassischen zum Neuklassischen - Übergang zur programmatischen Phase: 1911 bis 1919; Heinz Tiessen und Thomas Mann; Zur neuklassischen Bewegung in der Literatur - Ferruccio Busoni: Der utopische Entwurf 1920 - Die neue Klassizität formiert sich: 1920 bis 1925 - Der Neoklassizismus formiert sich: 1926 bis 1932 - Neoklassizismus im Dritten Reich: 1933 bis 1945 - Der Wiederaufbau des Musiklebens nach 1945; Fokus Darmstadt: Theodor W. Adorno oder das Ende des Neoklassizismus.