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Die Ehre der Himmlischen

Hölderlins "Patmos</I>-Hymne und die Sprachwerdung des Göttlichen

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Josefine Müllers

Hölderlins Bemühen um Vollendung der Dichtung galt seiner Arbeit am «Bild» des Göttlichen, den für den Gott zu findenden «Namen». Die in der Patmos-Hymne abgebildeten Stufen der Sprachwerdung des Göttlichen beziehen sich sowohl auf den individuell-dichterischen Weg als auch auf die unterschiedlichen Offenbarungsweisen des Logos in der Schöpfung. Die qualitativ-zeitliche Zuordnung geschichtlicher Ereignisse, welche der Dichter vornimmt, macht eine neue, symbolische Sichtweise notwendig. Patmos wird in dem Sprachwerdeprozeß, von dessen Dynamik der Dichter selbst zunehmend ergriffen wurde, zur Metapher, die den Sinn- und Bildbereich des sich offenbarenden schöpferischen Wortes bezeichnet. Der vorliegende Deutungsansatz bezieht die sehr schwierigen späteren Textsegmente konsequent in die Gesamtdeutung ein und sinnt der kühnen Bildlichkeit scheinbar nicht mehr zu vereinender Sinnelemente nach.
Aus dem Inhalt: Schwierigkeit der Faßbarkeit des Gottes - Doppelung des dichterischen Bewußtseins und seine Öffnung auf das Kosmische hin - Natur als Ursprungsort ewiger Liebe - Gott als Geist: das pneumatische Prinzip - Das Moment qualitativer Zeit - Sichtbarmachung der Ehre der Himmlischen im preisenden Gesang.