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Die deutsche Zeitstruktur der Zinssätze im Lichte der Wicksellschen Kredittheorie

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Olaf Schlotmann

Offensichtlich sind in modernen Industrieländern die kurzfristigen Zinssätze der Zentralbank die entscheidenden geldpolitischen Instrumente. Statt der unbefristeten Zentralbankgeldschöpfung in Form des Ankaufs von (Schuld)titeln dominieren heute revolvierend eingesetzte Wertpapierpensionsgeschäfte die kreditweise Bereitstellung von Zentralbankgeld. Mit der Festsetzung des kurzfristigen Realzinses am Geldmarkt kann die Zentralbank autonom, entsprechend ihrem Inflationsziel, die Zinsobergrenze für kurzfristige Geschäftsbankendepositen festsetzen, ohne daß eine Zeitpräferenzrate der Einleger prima facie auf die kurzfristigen Refinanzierungskosten der Passivseite des Geschäftsbankensektors einen Einfluß hat. Der Autor zeigt, daß dieser Wirtschaftswirklichkeit bereits die Wicksellsche Vision einer organisierten Kreditwirtschaft entspricht. Der empirische Teil stellt die Entwicklung der deutschen Zeitstruktur der Zinssätze seit 1994 im Lichte der Wicksellschen Kredittheorie dar.
Aus dem Inhalt: Geldtheorie – Diskretionäre Variation des kurzfristigen realen Notenbankzinses – Theorien zur Erklärung der Zeitstruktur der Zinssätze – Erwartungshypothesen – Zerlegung der deutschen Zeitstruktur der Zinssätze in implizite Dreimonats-forward rates.