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Keiner will sie haben

Die Exilpolitik in England, Frankreich und den USA zwischen 1933 und 1945

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Katharina Meyer

Die Niederringung Hitlerdeutschlands gilt bis heute als humanitärer Akt der Westallierten zur Befreiung der Opfer vom Faschismus. Ihre Exilpolitik gegenüber den Flüchtlingen aus dem Dritten Reich war jedoch von äußerster Restriktivität gekennzeichnet. Diese politikwissenschaftliche Analyse untersucht den spezifischen Zusammenhang zwischen nationalem Politikverständnis und Asylpolitik in England, Frankreich und den USA. Im Vordergrund stehen einerseits die unterschiedlichen Formen der Zurückweisung deutschsprachiger Flüchtlinge. Andererseits wird der strukturelle Zusammenhang von Asylpolitik mit den außen-, wirtschafts- und sozialpolitischen Handlungsmustern untersucht. Ausgehend von der Weltwirtschaftskrise 1929 bis hin zum Kriegseintritt ergibt sich ein umfassender Renationalisierungsprozeß aller Politikbereiche, der letztlich die inhumane Aufnahmepraxis bestimmt. Diese nationalistischen Handlungsparadigmen der Politik weisen zugleich über die spezifische historische Situation hinaus und liefern Erklärungsansätze für die aktuell in allen Industrienationen zunehmende Ausländerfeindlichkeit.
Aus dem Inhalt: «Zu viele Ausländer» - zur Situation deutschsprachiger Flüchtlinge von 1933-1945 - Nationalistische Handlungsparadigmen als politische Krisenlösungsstrategien und ihr Zusammenhang mit restriktiver Asylpolitik - Die Politik Hitlerdeutschlands gegenüber den asylgewährenden Ländern - Aktuelle Tendenzen in der Asylpolitik nach dem Ende des Kalten Krieges.