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Die materialistisch-dialektische Fundierung des epischen Theaters Brechts als eines zweidimensionalen theatralischen Kommunikationssystems

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Seong-Kyun Oh

Der Autor versucht, Brechts episches Theaterkonzept als ein zweidimensionales theatralisches Kommunikationssystem zu etablieren, indem er den beiden Momenten Verfremdung und Gestus eine theatergeschichtlich begründete Bedeutung zuweist. Dadurch wird vor allem die einseitige Betonung des V-Effekts innerhalb der Brechtschen Theatertheorie relativiert. Der Versuch, den Stellenwert des Gestus-Begriffs für die Systematisierung des Theaterkonzepts festzuschreiben, stellt eine Distanzierung von der üblichen, auf dem passiven Reproduktionsprozeß beruhenden Herangehensweise dar. Darüber hinaus wird der Gestus-Begriff auf die makroskopische Dimension der klassischen Theateravantgarde erweitert und mit avantgardistischen Theaterkonzepten, u.a. Meyerholds «Biomechanik» und Artauds «Theater der Grausamkeit», konfrontiert. Der Gestus-Begriff festigt die Sonderstellung des epischen Theaterkonzepts Brechts innerhalb der Theateravantgarde.
Aus dem Inhalt: Materialistische Dialektik als Grundlage der gesellschaftlichen Kunstpraxis - Das Realismuskonzept - Kritik am bürgerlichen Illusionstheater - Zwei Dimensionen des Brechtschen Theaterkonzepts - Materialistisch-Dialektisches Bedeutungstheater - Gestisch konkretisiertes Bedeutungstheater als «Verhaltenslehre» - Gestuskategorie als schauspielerische Kategorie im theatergeschichtlichen Kontext - Verfremdungsästhetik - Brechts Anspruch für das Gelingen der Kommunikation.