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Gesellschaftsthematik und ihre Darstellung im Nibelungenlied und seinen hochmittelalterlichen Adaptionen

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Marten Brandt

Die an mentalitätsgeschichtliche Probleme anknüpfende Arbeit befaßt sich mit den Spiegelungen und Darstellungen gesellschaftlichen Bewußtseins im Nibelungenlied (Hs. B) und seinen hochmittelalterlichen Adaptionen (Hs. C, 'Klage'), also denjenigen (politisch-ideologischen, sozialen, ethisch-moralischen) Denk- und Verhaltensmustern, die von gesellschaftlicher Relevanz sind. Deren Auswirkungen auf die jeweiligen Textgestaltungen kommen in grundlegenden gesellschaftlichen Aspekten zum Ausdruck: Gesellschaftsstrukturen und Herrschaftsgrundlagen, der 'triuwe'-Ideologie, dem Bereich der Herrschaftsrepräsentation, dem Kampfethos, der Stellung der Frau, rechtlichen Motiven. Der Textvergleich macht die Unterschiede in der Autorintention deutlich: Anstelle der ironischen Relativierung der antihöfischen Aktionen in der Fass. B tritt in C eine ethisch-moralische Wertung, die auf eine Verinnerlichung christlicher Maßstäbe verweist. Die Klage, daran anschließend, bemüht sich bei der Errichtung eines Wertmaßstabs um Eindeutigkeit und erweist sich als (kirchliche) Kritik am (mehrdeutigen) Nibelungenlied.
Aus dem Inhalt: Das Nibelungenlied im Kontext der höfischen Literatur und Kultur - Gesellschaftsthematik im Nibelungenlied im Spiegel der Forschung - Gesellschaftsbewußtsein im Mittelalter: Die literarhistorische Bedeutung der Mentalitätsgeschichte - Gesellschaftliche Aspekte im Nibelungenlied und seinen hochmittelalterlichen Adaptionen.