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«Ursprung ist das Ziel»

Karl Kraus und sein «Zion des Wortes»- Das jüdisch-eschatologische Konzept in der «Fackel»

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Alexander Lang

Karl Kraus' Kulturkritik deutete auf ein religiöses Ziel: Er beabsichtigte, durch Besinnung auf die Wortreligion des biblischen Judentums ein nicht-orthodoxes, «universales» Judentum durch Sprache zu gründen. Jeder Mensch - ob jüdisch oder nicht - könne mit einer absoluten Macht, die sich im «Wort» offenbart, in den Dialog treten. Nicht allein, daß sich die Basis seiner «Sprachtheologie» an der urjüdischen Vorstellung des Dialogs zwischen Gott und den Menschen bewußt orientierte, wird durch die vergleichende Analyse zentraler Passagen von Kraus' Werk mit den Maximen jüdischer Religiosität deutlich. Er nutzte dieses «jüdische Prinzip» auch zur eigenen Identitätsfindung und ließ es als ethisches Potential in seiner Kulturkritik wirken.
Aus dem Inhalt: Der Wandel in Kraus' Verhältnis zum Judentum durch die Begegnung mit Otto Weiningers eschatologischem Konzept der individuellen Erlösung - Karl Kraus' Konzept einer jüdischen Spracheschatologie - Rettung durch «Sprachkunst» als Form des «jüdischen Dialogs» in der Moderne.