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Die Lieder des Peter Riedemann

Studien zum Liedgut der Täufer im 16. Jahrhundert

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Ursula Lieseberg

Die Studie untersucht erstmalig die weithin noch unbekannten 46 Lieder des Peter Riedemann (1506-1556), der zu den bedeutendsten Persönlichkeiten des blutig verfolgten Täufertums der frühen Neuzeit zählt. Seine meist volkstümlich gestaltete Dichtung entstand größtenteils während seiner Haftzeiten. Themenschwerpunkte sind die bejahte Bewährung des Glaubens in der Leidensnachfolge, die christliche Liebe und das Wesen sowie die Heiligung der Gemeinde. Seit 1532 gehörte er zu den Hutterischen Brüdern, einer Täufergruppierung, die in Mähren in Gütergemeinschaft auf Bruderhöfen zusammenlebte. Seine Lieder sollten vor allem der Ehre Gottes, der religiösen Belehrung und Ermahnung der Gemeindeglieder und der Gewinnung Außenstehender dienen. Riedemann ist der führende Dichter seiner Glaubensrichtung gewesen und kann als einer ihrer besten Liedverfasser angesehen werden. Bei den Nachkommen der Brüder in Nordamerika sind seine Lieder in der Gesangspraxis bis heute lebendig geblieben.
Aus dem Inhalt: Leben und Schrifttum des Dichters - Geschichte und Wesen des Täufertums - Klassifizierung der Lieder in Untergattungen des geistlichen Liedes und chronologische Untersuchung - Hauptfunktionen: Gotteslob, religiöse Didaxe, Zeitkritik - Einfluß von Riedemanns Liedern auf andere hutterische Dichter - Formgestaltung - Melodien und Gesang.