Show Less
Restricted access

Arbeit am Inzest

Richard Wagner und Thomas Mann

Series:

Christine Emig

Unter der Vielzahl literarischer Inzesttäter gehören Richard Wagner und Thomas Mann sicher zu den eminentesten. Wagner stellte im Ring des Nibelungen seine Menschheitsutopie, seine Kunsttheorie, sogar die Struktur des Werkes unter das Signum der «Blutschande». Für Thomas Mann war Inzest Lebensthema. Inzest ist ihm persönliche Metapher, aber auch Chiffre der «Verführung zum Abgrund»: ins Dionysische erst, dann in matriarchale Urgründe, schließlich zur Erbsünde. Am Ende widersteht der Autor diesen Verführungen mit Hilfe des Androgynie-Ideals. Entschlossen akribische Textinterpretationen – unter Anhörung von Zeugen wie Platon, Schopenhauer, Nietzsche, Freud und Bachofen – machen die Originalität, aber auch die Gabe zur «Anverwandlung» der beiden Künstler dingfest.
Aus dem Inhalt: Wagner: Vom Geschwister- zum Inzestmotiv - Arbeit am Inzest: von der Volsunga-Saga zur Walküre - Die Liebe ist eine Passion: Die Wälsungenliebe als Liebesreligion - «Serpentinische Rekurse» - Mann: «Im weiten Reich der Weltennacht»: Wälsungenblut - Vaterkind versus Muttersohn: die Joseph-Romane - Von Ödipus zu Christus: Der Erwählte - Porträt des Künstlers als junger Mann: Felix Krull.