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Mit Hippokrates zur Organgewinnung?

Medizinische Ethik und Sprache

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Horst Dieter Schlosser

Ethische Diskurse sind generell auf einen reflektierten Sprachgebrauch angewiesen. Die Humanmedizin muß sich für ihre ethischen Fragen dieser Bedingung ebenfalls stellen, führt aber mit jeder Neuentwicklung auch Begriffe ein, deren ethische Relevanz vielfach ungeprüft bleibt, weil immer mehr medizinische Innovationen von nicht-humanmedizinischen Disziplinen (etwa von der Tierzucht, der Materialtechnik u.ä.) angeregt werden. Der dabei übernommene Sprachgebrauch verändert zunehmend das ethische Bewußtsein von Humanmedizinern, das mehr und mehr zwischen tradierten Anschauungen von Menschenwürde und einer bloßen Machbarkeitsideologie schwankt. Hier ist eine sprachkritische Analyse dringend geboten.
Aus dem Inhalt: Horst Dieter Schlosser: «Worte - wie winzige Arsendosen» - Horst Dieter Schlosser: «Zu Nutz und Frommen der Kranken»? Von «Hippokrates» zur «Bioethik-Konvention» - Marion Kramp: «Evangelium vitae» - die frohe Botschaft vom Leben - Jürgen Rapp: Grundsätzliche Positionen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Thema menschlichen Lebens - Ulrike Sell: Die Bioethik-Konvention des Europarats - Christiane Schwerdtner: Die Behandlung von «Einwilligungsunfähigen» - Ralph Klaucke: Eugenik und Rassenhygiene als medizinische Wissenschaften - Stefanie Waldeck: Aktuelle Humangenetik in der Kritik - Carolin Bungert: Embryonenschutz und das Schweigen der Bioethik-Konvention - Maria Maielli: Das «Retortenbaby» - eine Mediengeburt? - Sabine Stoye: Tod und Sprache - Der definierte Tod - Stefan Heutmann: «Euthanasie» - die deutsche Belastung eines Begriffs - Kirsten Rollig: Das Thema «Sterben» in der Ausbildung von Medizinern und Pflegekräften - Yvonne Ruff: Wie andere Kulturen mit dem Tod umgehen: Die Beispiele USA, Kanada und Japan - Melanie Moschitz: Todesdefinitionen in der Notfallmedizin - Ursel Schneider: Wenn der Körper sein Testament machen muß - Kathrin Garbe: Ersatzteillager Mensch und Endlichkeitsverweigerung. Fernsehbeiträge zu Hirntod und Transplantation - Horst Dieter Schlosser: Der sprachlich befangene Bundestag. Zur Debatte um das Transplantationsgesetz am 25. Juni 1997. Nachtrag: Unwort «Organspende».