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Joseph Conrads Seegeschichten

Variationen des anthropologischen Initiationskonzepts

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Holger Nüstedt

Bisher wurde die Initiation in Joseph Conrads Seegeschichten von der Kritik nur thematisch betrachtet. Diese Untersuchung zeigt, daß Conrad das anthropologische Konzept und entsprechende Mythen vor allem als Struktur- und Gestaltungsmuster nutzt, um existentiell einschneidende Veränderungen seiner Figuren darzustellen. Allerdings baut er nie exakt mit den Vorbildern kongruente Gesamtabläufe auf. Vielmehr wirkt das Konzept als eine Art Gravitationszentrum, um das unterschiedliche Erzählungstypen - und auch einige Romane - kreisen. In ihnen beschreibt Conrad der Initiation analoge Vorgänge und Zuständlichkeiten, um den jeweils signifikanten Augenblick oder den zukunftbestimmenden Abschnitt in der Erfahrung eines Charakters hervorzuheben.
Aus dem Inhalt: Forschungsbericht - Begriffsklärung; das anthropologische Konzept der Initiation als kritisches Instrument - Einzelanalysen der sea tales (Youth, Typhoon, The End of the Tether, The Black Mate, The Brute, The Secret Sharer, The Shadow-Line, The Tale) sowie von Heart of Darkness - Ausblick auf die Romane (An Outcast of the Islands, The Nigger of the 'Narcissus', Romance, under Western Eyes, Chance, Victory, Suspense) - Anhang: Marlows Behelfsrigg in Youth als nautisches Gebot; gattungstypologische Einordnung von The Black Mate als mystery story.