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Instrumentale Folklorestilisierung bei Edvard Grieg und bei Béla Bartók

Vergleichende Studie zur Typik der Volksmusikbearbeitung im 19. versus 20. Jahrhundert

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Peer Findeisen

Ausgehend vom Klavierschaffen Edvard Griegs und Béla Bartóks wird erstmals anhand systematischer Musikanalysen einer bislang kaum wahrgenommenen künstlerischen Wahlverwandtschaft nachgegangen. Volksmusikalische Substanz mit kunstmusikalischen Gesetzmäßigkeiten deutscher Schule in Einklang zu bringen, bildet die große Herausforderung, der sich beide Künstler unabhängig voneinander stellen. Musikfolklore gilt ihnen als regionaler Dialekt innerhalb der abendländischen Hochsprache der Tonkunst. An die Stelle des naiven nationalromantischen Patriotismus tritt - nach konfliktreichen Lehrjahren in deutscher Ausbildung - eine auf lebendige Tradition gegründete musikalische Muttersprache. Diese erst macht den unverwechselbaren persönlichen Stil aus, der Grieg und Bartók als Galionsfiguren der kunstmusikalischen Unabhängigkeit ihres Heimatlandes zu Weltruhm gelangen und sie in interkulturellem Kontext neu begreifen läßt.
Aus dem Inhalt: Studien zur norwegischen Spielmannstradition - Ethnofolklorismus im Umkreis von Edvard Grieg - Musikalische Aspekte der Unabhängigkeitsbewegung in Norwegen - Der «ungarische Ton» als Pseudofolklorismus - Adaption der Zigeunermusik bei Brahms - Grundlagen der Harmonik Bartóks - Grieg und Bartók als Repräsentanten musikalischer Unabhängigkeit: Avantgarde auf Folklorebasis - Verwandte Stilisierungstechniken - Repertoirelisten mit Grieg befreundeter Volksgeiger - Analytische Nachträge - Liedertexte u.a. Erstübersetzungen ins Deutsche durch den Autor.