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Reformtheorien zwischen Revolution und Restauration

Die «gesammte Politik» an der Universität Göttingen im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts

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Holger Krahnke

Die Politikwissenschaft an der Universität Göttingen von 1789 bis 1830 ist bisher kaum erforscht. Das Fach umfaßte die Politologie, Staats- und Volkswirtschaftslehre, Statistik und Geschichte. Anhand neuer Quellen wird hier eine «Ehrenrettung» ihrer Fachvertreter vorgenommen. Unter dem Eindruck der Französischen Revolution versuchte Georg Sartorius eine Adaption Edmund Burkes. Er machte sich um die Rezeption der klassischen Nationalökonomie von Smith bis Ricardo sowie als Historiker der Hanse verdient. Der liberale C.F.J. Saalfeld leistete einen Beitrag zur Zeitgeschichtsschreibung. Auch August Ferdinand Lueders massive Kritik an der Statistik verdiente größere Beachtung. Als Publizisten und durch ihre Studenten prägten sie Politik und Verwaltung im In- und Ausland. Weniger erfolgreich waren sie in der politischen Praxis, trotz Sartorius' Vorschlags zur Steuergesetzgebung Hannovers.
Aus dem Inhalt: Ein Paradigmenwechsel in den Staatswissenschaften um 1800 - Auf dem Weg zur Institutionalisierung der Nationalökonomie an der Universität Göttingen - Politikwissenschaftler zwischen Aufklärung und Historismus - Göttingen und die Geschichte des deutschen Mittelalters - Die Ausbildung der hannoverschen Beamten nach 1815.