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Elemente von Platons Anthropologie in den «Nomoi»

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Shahriar Sharafat

Sofern eine philosophisch begründete Ethik auf einem ihr zugrunde liegenden Menschenbild basiert, muß zum Verständnis der platonischen Ethik Platons Auffassung vom Menschen erfaßt werden. Dabei ist Platons Anthropologie weniger in der Politeia zu suchen, da er hier von einem idealisierten Bild des Menschen ausgeht. Vielmehr liegt eine realistische Betrachtung des Menschen im Dialog Nomoi vor, anhand dessen die wichtigsten Merkmale von Platons Anthropologie in dieser Arbeit analysiert werden. Platons Menschenbild in den Nomoi setzt allerdings die zentralen Thesen des Timaios voraus, weshalb diese ebenfalls in die Diskussion einbezogen sind. Desgleichen ist auf den Politikos insoweit zu rekurrieren, als er den Übergang vom idealisierten zum realistischen Menschenbild markiert. Die Analyse erweist, daß Platons wirklichkeitsnahe Anthropologie in den Nomoi stark von der Schwäche der menschlichen Natur geprägt ist. Diese Schwäche nötigt den Menschen, zur harmonischen Regelung seiner privaten wie öffentlichen Angelegenheiten einen Gesetzesstaat aufzubauen, der seinerseits eine religiöse Ausrichtung im platonischen Sinne hat.
Aus dem Inhalt: Das Leib-Seele-Verhältnis – Der Mensch als Vernunftwesen – Die Schwäche der menschlichen Vernunft und die Notwendigkeit von Gesetzen – Der Mensch als religiöses Wesen – Der platonische Gottesbegriff – Die Ideenlehre in den Nomoi.