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Ovids Schule der 'elegischen' Liebe

Erotodidaxe und Psychagogie in der "Ars amatoria</I>

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Jula Wildberger

Die Autorin interpretiert die Ars amatoria als Lehrgedicht in elegischer Tradition. Zum ersten Mal wird der Lehrgang für Männer dem Text folgend nachvollzogen; ein Blick auf das 3. Buch erweist, daß Ovid dort dieselben Ziele verfolgt: Mit großem didaktischem Geschick führt er seine Schüler zu einer glücklichen, dauerhaften Liebesbeziehung nach elegischen Idealen. Er übernimmt Konzepte, die den Charakter elegischer Liebe bestimmen, wandelt sie aber so ab, daß seine Schüler nicht leiden müssen. Als milites amoris sind sie keine Außenseiter. Im Gegensatz zum elegischen servus amoris lassen sie sich nicht von einer übermächtigen Frau beherrschen. Sie erstreben keinen eheähnlichen, ewigen Treuebund ( foedus aeternum), sondern tiefe gegenseitige Zuneigung, die auf Diskretion und gemeinsam erlebter Lust beruht. Die Damen lernen, sich mit der Aura einer elegischen domina zu umgeben, ohne ihre Liebhaber auszubeuten und zu quälen.
Aus dem Inhalt: Die Umdeutung der elegischen Liebe - Jäger und Beute - Der Liebeskünstler und die Außenpolitik des Augustus - contemnite amantes - obsequium statt servitium amoris - Weibische Dienste und männlicher Einsatz - Prinzip Hoffnung - Freie Liebe und diskrete Lust - Ovid und die lena - Kann man literarische Liebe leben?