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Wirklichkeit und Existenz

Doderers Wirklichkeits- und Literaturverständnis zwischen Ideologie und Erfahrung

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Michael Vrüsch

Doderer versteht den literarischen Prozeß als vorurteilsfreie Verarbeitung von Wirklichkeit. Er versucht, einer ideengeleiteten, im weitesten Sinne ideologischen Betrachtungsweise durch Ab-Stand zu entkommen, durch einen Abstand, der in der Reproduktion von Vergangenem die gewesene Gegenwart als nicht rationalisierte und damit nicht-ideologische bewußt hält. Literatur profiliert sich insofern - nicht zuletzt aufgrund ihres fiktionalen Potentials - jenseits teleologischen Denkens bzw. vorschneller konzeptioneller Sinn- und Identitätsstiftung. Die «existentialistische» bzw. lebensphilosophische Gratwanderung, die Doderer dabei unternimmt, ist im Diskurs mit Aspekten der Philosophien Martin Heideggers und Henri Bergsons eines der zentralen Themen dieser Arbeit.
Aus dem Inhalt: Wirklichkeit und literarische Wirklichkeit - Funktion und Bedeutung von Gedächtnis - Der «totale Roman» - Bedeutung der Apperzeption - Existentialismus und Lebensphilosophie (Heidegger, Bergson) - Sprachreflexion - Literarische Authentizität - Musil / Handke u.a.