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Ein italienischer Maskenball- Stendhals «Chartreuse de Parme» und die «commedia dell'arte»

Stendhals «Chartreuse de Parme» und die «commedia dell'arte»

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Lydia Bauer

In diesem Buch wird ein bisheriges Randthema der Stendhal-Forschung in den Mittelpunkt der wissenschaftlichen Untersuchung gestellt: Stendhals Begeisterung für die commedia dell'arte wird nicht länger als eine unter vielen künstlerischen Liebhabereien behandelt, sondern als eine für sein gesamtes Konzept vom epischen Erzählen konstituierende Fragestellung neu bewertet. Die zentrale Bedeutung der commedia dell'arte für Stendhals Romanwerk wird anhand der Chartreuse de Parme nachgewiesen. Dieser Roman ist nach dem lazzi-Prinzip konzipiert, und die Protagonisten sind dem Personal der commedia dell'arte entnommen. Die dramatis personae - ob Fabrice del Dongo, Gina oder aber auch nachgeordnete Gestalten wie Rassi oder Ludovico - sind alle auch commedia dell'arte-Typen. Das noch immer gültige Wertungsmuster von Stendhal als normativem Repräsentanten von «literarischem Realismus» wird somit erneut in Frage gestellt.
Aus dem Inhalt: Die commedia dell'arte (Ursprünge, Entwicklung) - Stendhals Komödientheorien - Die Auswirkungen der commedia dell'arte auf Form und Technik des Stendhalschen Romanwerks - Die Darstellung des Theaters bei Stendhal - Stendhals groteske Figurendarstellung und die Welt des Karnevals - Die Verwendung von Typen der commedia dell'arte in der Chartreuse de Parme - Stendhals Textexperimente oder die Auflösung der Romanform.