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Versöhnung mit dem Leiden

Leidfreiheitsideologie und Gewalt gegen behinderte Menschen aus der Sicht eines im christlich-buddhistischen Dialog gründenden Ethos

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Michael Pindl

Eine Gesundheit und Fitness vergötzende, konsumverwöhnte und leistungsorientierte Gesellschaft tut sich schwer mit dem menschlichen Leiden. Denn es widerspricht einem äußerlich sichtbaren Wachstum, es hindert an Leistung und Genuß und erinnert an die Endlichkeit menschlichen Daseins. Folgen dieser Haltung sind unter anderem die Isolation kranker oder sterbender Menschen und der latente Vorwurf an leidende Menschen, an ihrem Schicksal selbst schuld zu sein. In dieser Untersuchung wird gezeigt, daß Christentum und Buddhismus, die sich in ihrer Geschichte intensiv mit den Themen «Leiden» und «Erlösung» auseinandergesetzt haben, Auswege aus diesem Problemzusammenhang eröffnen können. Das im interreligiösen Gespräch gewonnene und rational vertretbare gemeinsame «Ethos der Leidbewältigung» gibt bemerkenswerte Impulse für einen humanen Umgang mit dem menschlichen Leiden.
Aus dem Inhalt: Leidverdrängung und Gewalt gegen behinderte Menschen als Zeichen der Versöhnungsbedürftigkeit moderner Leidbewältigung - Ableitung religionsüberschreitender Strukturelemente eines Ethos der Leidbewältigung aus einem Vergleich des Grundverständnisses von Leiden, Mitleid und Erlösung in Christentum und Buddhismus - Anthropologisch-rationale Begründung des «christlich-buddhistischen» Ethos der Leidbewältigung und dessen praktische Entfaltung im Hinblick auf die Skizzierung von Bedingungen eines gewaltfreien Zusammenlebens.