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Von Venedig nach Weimar

Eine Entwicklungsgeschichte paradigmatischen Künstlertums

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Martina Hoffmann

Die Arbeit folgt den Spuren Platons, Nietzsches und Schopenhauers in Thomas Manns Novelle Der Tod in Venedig. Es wird nachgewiesen, daß es sich bei der Übernahme von deren Theorien nicht um eine willkürliche Reihung philosophischer Versatzstücke handelt, sondern um die stringente Anordnung kohärenter Konzeptionen. Anschließend wird der Entwurf einer an dionysischer Überwältigung scheiternden Künstlerexistenz kontrastiert durch die Auseinandersetzung mit der Künstlergestalt Goethes in Manns Roman Lotte in Weimar. Während Aschenbach versucht, jede direkte Lebens- und Liebeserfahrung aus seiner Kunst zu verbannen, schildert Mann am Beispiel Goethes einen Künstlertypus, dem es gelingt, sein Erleben im Dienste der Kunst zu instrumentalisieren. Für Goethe bemißt sich der Wert eines Erlebnisses ausschließlich nach dessen symbolischem Gehalt und damit nach der Möglichkeit, es für seine Kunst zu verwerten.
Aus dem Inhalt: Vom Verlust feurig spielender Laune - Der Phaidros-Dialog - Nietzsches Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik - Der Erzähler als Kommentator und sein Verhältnis zur Ironie - Aschenbach als Décadent - Komprimierte Darstellung des Schopenhauerschen Systems - Komplizen in der Qual - Der geistige Kuß auf die Himbeerlippen der Welt - Friede deinem Alter - Von Aschenbach zu Goethe: Eine Schlußbetrachtung.