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Walther von der Vogelweide- Zwischen Poesie und Propaganda

Untersuchungen zur Autoritätsproblematik und zu Legitimationsstrategien eines mittelalterlichen Sangspruchdichters

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Eric Marzo-Wilhelm

Wie gelingt es Walther, sich für seine Sprüche politischen Inhalts und durchaus polemischen Charakters zu autorisieren, zu einer Zeit, in der von einem 'Recht auf Meinungsäußerung' nicht die Rede sein und insbesondere ein Recht auf öffentliche Kritik keineswegs vorausgesetzt werden kann? Wie schafft sich der Sänger eine Akzeptanzbasis seitens des Publikums, auf der er Themenbereiche erschließt, die eine nicht unerhebliche Erweiterung der bis dahin gängigen Konvention darstellen, brisante bis heikle Diskussionspunkte darbieten und mit denen er obendrein Erfolg hat? Ausgehend von einer konsequenten Berücksichtigung dieser Problematik um Autorität und Legitimation eröffnen sich für die Interpretation des Waltherschen Sangspruchoeuvres interessante Aspekte.
Aus dem Inhalt: Literatur im Mittelalter und ihre Rahmenbedingungen: Versuch einer Annäherung - Die Rolle der 'Öffentlichkeit' in mittelalterlicher Kommunikation und Gesellschaft - Öffentlicher Vortrag: Konsequenzen für die Literatur und ihre Aufführung - Überlegungen zu L. 105,13 - Das Spiel mit Publikumskompetenzen - Walthers Einsatz des 'Rollenspiels'.