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Johann Georg Hamann und England

Hamann und die englischsprachige Aufklärung- Acta des siebten Internationalen Hamann-Kolloquiums zu Marburg/Lahn 1996

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Bernhard Gajek

Im Herbst 1756 brach Johann Georg Hamann von Königsberg nach London auf - im Auftrag des Rigaer Handelshauses Berens. Im Frühjahr 1758 erlebte er in London eine pietistische Erweckung. Sie prägte nicht nur sein lutherisches Christentum, sondern auch die Rezeption und Kritik der Philosophie und Theologie seiner Zeit. Tatsächlich enthalten die Londoner «Biblischen Betrachtungen» den Kern einer eigenständigen und folgerechten Auseinandersetzung mit der Aufklärungsphilosophie und -theologie, insbesondere der englischsprachigen; die Anwendung auf Ästhetik und Poetik führte in Deutschland zum Sturm und Drang, zur Romantik und damit zur Moderne. Dies beruht auf Hamanns Neuinterpretation von Shakespeare, Bacon, Hume, Newton, Lowth, Shaftesbury, Swift, Berkeley und Burke. Durch Hamanns Übersetzungen wurde Hume in Deutschland bekannt.
Aus dem Inhalt: Bernhard Gajek: Vorwort - Helgo Lindner: Hamann als Leser der englischen Bibel. Beobachtungen zu den neuedierten Londoner Schriften - Johannes von Lüpke: Hamanns «Brocken» und ihre englischen Hintergründe - Martin Seils: Die «Betrachtungen» Johann Georg Hamanns über Thomas Newtons «Abhandlungen von den Weissagungen» - Gwen Griffith Dickson: Hamann und die englischsprachige Aufklärung - Francois Ponçet: «All unser Lallen und Nachahmen ist Non-sense». Zur ontologischen Philologie der Ars Pun-ica - Larry Vaughan: The Organizing Principle of J.G. Hamann's Thinking: Irrationalism (Isaiah Berlin) or Intuitive Reason (James C. O'Flaherty)? - Arthur Henkel: Hamann und Shakespeare - Sven-Aage Jørgensen: Hamann, Bacon und die Hermeneutik - Renate Knoll: «Denkmäler einer Swiftischen Satyrlaune»? Hamanns Swift-Rezeption - John Milbank: Pleonasm, Speech and Writing. Hamann's English Sources - Horst Meyer: Hamann und Shaftesbury - Christoph Deupmann gen. Frohues: Komik und Methode. Zu Johann Georg Hamanns Shaftesbury-Rezeption - Carsten Günter: Vom Sinnesdatenempirismus zur Sprachöffentlichkeit bei Johann Georg Hamann - Rainer Fischer: Der Wahrheit ein Gesicht geben. Hamanns Streifzug gegen George Benson in den «Kreuzzügen des Philologen» - Piero Giordanetti: Zur Rezeption von Edmund Burkes Schrift «A Philosophical Enquiry into the Origin of Our Ideas of the Sublime and Beautiful» bei Hamann und Kant - Kenji Tokiwa: David Hume und Johann Georg Hamann in Hinblick auf die skeptische Tradition - Kai Hendrik Patri: Aus einer Menschensprache in eine Menschensprache. Zu Johann Georg Hamanns Hume-Übersetzungen - Endre Kiss: David Humes Argumentation in Hamanns Philosophischem Diskurs - Hans Graubner: Zum Problem des Anthropomorphismus in der Theologie (Hume, Kant, Hamann) - Volker Hoffmann: Einführung in Paul Wührs dichterisches Werk und dessen Hamann-Rezeption anläßlich der Autorenlesung am 1. Oktober 1996 in der alten Aula der Marburger Universität - Gwen Griffith Dickson: Englisch. «Meinen Held verstehen». Hamann auf englisch - Donatella Di Cesare: Italienisch. Hamann: Versuch einer Übertragung ins Italienische - Yoshikatsu Kawanago: Japanisch. «In Bildern besteht der ganze Schatz menschlicher Erkenntnis und Glückseligkeit». Hamann ins Japanische übersetzen - Øystein Skar: Norwegisch. Wenn der Magus in Norden nach Norwegen kommt - Tadeusz Namowicz: Polnisch. Bemerkungen zum Projekt einer Übersetzung ausgewählter Schriften und Briefe von Johann Georg Hamann ins Polnische - Jirí Munzar: Tschechisch. Prolegomena zur ersten tschechischen Hamann-Übersetzung - János Rathmann: Ungarisch. Die Übersetzung ausgewählter Werke Johann Georg Hamanns ins Ungarische - Martin Seils: Ein Hamann-Sammelband aus dem Besitz Friedrich Carl v. Mosers in der Universitätsbibliothek Jena - Bernhard Gajek/François Poncet: Die Hamann-Erstausgaben der Sammlung Jean Furstenberg in der Bibliothèque Nationale zu Paris.