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Marx und Engels in der DDR-Linguistik

Zur Herausbildung einer «marxistisch-leninistischen Sprachtheorie»

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Jens Wurche

Die Arbeit zeichnet erstmals seit dem Ende der DDR den Umgang der dortigen Sprachwissenschaft mit Karl Marx und Friedrich Engels ausführlich nach. Den roten Faden bilden die Versuche von DDR-Linguisten, aus Theoremen der staatsideologischen Säulenheiligen eine «marxistisch-leninistische Sprachtheorie» zu errichten. Hierzu rekapituliert der Autor die aufeinanderfolgenden sprachwissenschaftlichen Trends von 1945 bis 1990. Die Hervorbringungen der «Kaderlinguistik», die unter dem Einfluß neostalinistischer Marx-Verkürzung operierte, werden ebenso kritisch analysiert wie die Ergebnisse eher randständiger Fachvertreter. Es wird gezeigt, wie letztere trotz massiven Drucks der SED-Wissenschaftsbürokratie zu einer authentischeren Rezeption der Marxschen Ansätze gelangt sind. Ein Abriß der Äußerungen von Marx und Engels zum Thema Sprache dient als Bezugspunkt des wissenschaftsgeschichtlichen Hauptteils.
Aus dem Inhalt: Marx und Engels über die Sprache - «Marxistische Sprachwissenschaft» in den Fußstapfen Stalins - Historisch-vergleichende Sprachwissenschaft, Strukturalismus, generative Grammatik und «marxistisch-leninistische Sprachtheorie» in der DDR - Die Herausbildung der Kaderlinguistik - Mißglückte Kodifizierung: die gegensätzlichen Varianten der «marxistisch-leninistischen Sprachtheorie» 1973-1976 - Von den «Nachhutscharmützeln» bis zum Ende der DDR - Was blieb von der «marxistisch-leninistischen Sprachtheorie» nach dem Untergang der DDR?