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«Bilddenken» im dramatischen Frühwerk Gerhart Hauptmanns - 1889-1903

Studien zum sinnbildlichen Verweis unter Berücksichtigung kunsthistorischer Perspektiven

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Helga Ibarth

Die Arbeit präsentiert eine Neuinterpretation der wichtigsten frühen Dramen Gerhart Hauptmanns. Als Prämisse wird die These zugrunde gelegt, daß auch die 'symbolistisch-neuromantischen' Dramen partiell naturalistisch fundiert sind, weil der Autor auch dort über weite Passagen das Unbewußte seiner Figuren bildhaft in Szene setzt. Die naturalistischen Werke verknüpfen hingegen die Wiedergabe zeitgenössischer Realität mit im soziokulturellen Kollektivgedächtnis gespeicherten Sinnbildern durch deren Zitat und analysieren die synchrone Wirklichkeit durch Einbettung in diachrone Zusammenhänge. Der skizzierte Ansatz wird durch die Annahme konkretisiert, daß Hauptmann, der als Bildhauer begann, die verarbeiteten sinnbildlichen Verweise auch und in besonderem Maße der bildenden Kunst verdankt.
Aus dem Inhalt: Hermeneutische Prämissen und methodischer Ansatz in Relation zu sinnbildlichen stilistischen Verfahren und weltanschaulichen Positionen um 1900 - Gerhart Hauptmann im Interferenzbereich soziokultureller Normen seiner Zeit - Der sinnbildliche Verweis in seiner Funktion zur literaturhistorischen Klassifizierung des Frühwerks - dargestellt an ausgewählten frühen Dramen: Vor Sonnenaufgang, Das Friedensfest, Rose Bernd, Einsame Menschen, Hanneles Himmelsfahrt, Die Versunkene Glocke, Der arme Heinrich. Neuinterpretation dieser Werke.