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«Zeitgemäßer Fortschritt» Die Weimarer Republik in der Provinz

Modernisierung im Widerstreit am Beispiel der Filder

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Nikolaus Back

Eine Studie über die Weimarer Republik in der «Provinz»: fünf Dörfer auf den Fildern, etwa 15 km südlich von Stuttgart. Die Untersuchung zeigt, daß auf lokaler Ebene weniger die politische Entwicklung, als vielmehr die Auseinandersetzung um den «richtigen» Weg der Modernisierung im Mittelpunkt des lokalen Geschehens stand. «Zeitgemäßer Fortschritt», lautete 1929 der Wahlslogan des Bürgermeisters von Bernhausen. In kurzer Zeit folgte auf den Anti-Urbanismus als Folge der Inflation eine regelrechte Technik- und Geschwindigkeitseuphorie. Das lokale Geschehen war geprägt durch das Spannungsverhältnis zwischen Provinz und Großstadt, Konsumenten und landwirtschaftlichen Erzeugern, der Forderung nach Mobilität der Arbeiter und Modernisierungsskepsis der Bauern. Die lokale Ebene bestätigt vielfach die These Detlev Peukerts von der Weimarer Republik als «Krise der klassischen Moderne».
Aus dem Inhalt: Eisenbahnbau als Motor einer umfassenden Modernisierung - Erster Weltkrieg und Inflation 1923 als Bruch der Modernisierung - Wachsende Mobilität und neue Verkehrsmittel in den 20er Jahren - Agrarkrise und Antimodernismus der 20er Jahre auf lokaler Ebene.