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Hebbels Dramen

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Claudia Pilling

Hebbels Dramen konsequent als geschichtliche Form zu durchdenken, als bürgerlich-abstrakte Subjektbilder, ist der Kern der jeweiligen Interpretationen. Judith markiert den Beginn eines literarischen Materialismus, wie aus dem Ideal der geschichtliche Mensch geworden ist, aus der Jungfrau die Bürgerin. Genoveva wird gelesen als «Bühnenfassung» von Feuerbachs Wesen des Christentums. Auch die Komödien sind Zeitbilder zwischen Revolution und Restauration. Die Nibelungen-Trilogie wird erläutert als Darstellung der Zeit und der Geschichte, der bürgerlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts.
Aus dem Inhalt: Schöne Seele und Titan: Judith - Bürgerlicher Alltag: Genoveva - Kein kapitalistisches Märchen: Der Diamant - Kleinbürger und Proletarier: Maria Magdalena und Ein Trauerspiel in Sicilien - «In den Märztagen... auf der Straße concipiert»: Herodes und Mariamne - «Und das ist die Gewalt des Rechts»: Agnes Bernauer - Weltschlaf und Morgenruf: Gyges und sein Ring - «Totenschiff» - Vom Untergang der bürgerlichen Ordnung: Die Nibelungen.