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Italien und die Europäische Verteidigungsgemeinschaft

Zwischen europäischem Credo und nationaler Machtpolitik

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Ralf Magagnoli

Die Arbeit analysiert den Verlauf der italienischen Europapolitik im Zeitraum zwischen der Verkündigung des Pleven-Planes 1950 und der Konferenz von Messina 1955. Hauptgegenstand der Betrachtung ist zum einen die Europäische Verteidigungsgemeinschaft, zum anderen die Europäische Politische Gemeinschaft. Gefragt wird, welcher Kausalzusammenhang zwischen diesen beiden Projekten bestand, wie die italienische Europapolitik durch diesen Kausalzusammenhang bestimmt wurde und welche Konsequenzen sie aus dem Scheitern der beiden Projekte zog. Die Arbeit bedient sich dabei der historisch-empirischen Methode. Ausgewertet wurde relevantes, größtenteils nicht ediertes Quellenmaterial vor allem des italienischen Außenministeriums. Auf der Grundlage von Thesenbildung und Verifizierung bzw. Falsifizierung kommt die Untersuchung zu dem Ergebnis, daß die italienische Regierung in der Forderung nach einer politischen Integration die Chance sah, eine Beschränkung auf die sektorale militärische Integration zu verhindern. Als die EPG schließlich versandete, verlor die Regierung das Interesse an der EVG, die sie immer als Vehikel für eine politische Integration angesehen hatte.
Aus dem Inhalt: Italien und der Pleven-Plan - Der Beginn der EVG-Verhandlungen - De Gasperi und der Artikel 38 - Die «Atlantisierung» der Gemeinschaft - Der Eden-Plan und die italienisch-französische Initiative - Ratifizierungsschwierigkeiten bei der EVG - Der Entwurf für eine Europäische Politische Gemeinschaft - Die innenpolitische Krise - Der Einfluß der Triestfrage - Die Agonie der EPG - Mendès-France und das Ende für die EVG - WEU und Rüstungspool - Der Beginn der Relance européenne.