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Die Rechtsprechung des Reichsgerichts und der Hamburger Gerichte zum Scheidungsgrund des § 55 EheG 1938 in den Jahren 1938 bis 1945

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Kathrin Nahmmacher

Gegenstand der Untersuchung ist die Judikatur des 4. Zivilsenats des Reichsgerichts sowie der Hamburger Instanzgerichte zur Scheidungsnorm des 55 EheG 1938 in der Zeit des Nationalsozialismus. Auf umfassender Quellengrundlage wird die Spruchpraxis zur Zerrüttungsscheidung in der Zeit der Geltung des Ehegesetzes von 1938 in statistischer sowie materieller Hinsicht dargestellt. Berücksichtigt werden die Entstehungsgeschichte des 55 EheG sowie die amtlichen Maßnahmen zur Lenkung der Rechtsprechung zu 55 EheG durch das Reichsjustizministerium. Die Auswertung aller veröffentlichten sowie unveröffentlichten Entscheidungen zeigt die primär bevölkerungspolitische Intention der Rechtsanwendung und offenbart, daß die richterlichen Begründungen in hohem Maße von der Ideologie des Nationalsozialismus beeinflußt waren.
Aus dem Inhalt: Entstehungsgeschichte des Ehegesetzes vom 06. Juli 1938 und des 55 EheG - Mit 55 EheG Einführung der verschuldensunabhängigen Scheidung (Zerrüttungsprinzip) - Widerspruchsrecht gegen die Ehescheidung nach 55 II EheG - Statistische und inhaltliche Analyse der veröffentlichten und unveröffentlichten Entscheidungen des Reichsgerichts sowie der Hamburger Landgerichte und des Hanseatischen Oberlandesgerichts zu 55 EheG - Nachweise von Einflüssen der nationalsozialistischen Ideologie auf die Entscheidungsfindung.