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Reisetagebuch (1588-1593) Sinai, Babylon, Indien, Heiliges Land, Osteuropa

Lateinisch-Deutsch

Series:

Robert Wallisch

Das Reisetagebuch G. C. Fernbergers beschreibt die Abenteuer des Autors, der in den Jahren 1588-1593 als erster Tourist der Neuzeit Ägypten, Babylon, Indien, Persien, das Heilige Land und schließlich Osteuropa aus purer Neugier bereiste. Das Hauptgewicht des Berichts liegt auf der Schilderung des portugiesischen Estado da India, doch auch die Rückreise durch das Baltikum ist von besonderem ethnographischem Interesse. Fernberger schrieb sein Reisetagebuch in einem eigenwilligen Neulatein. Seine Sprache spiegelt die durchreiste Landschaft wider; am Mittelmeer überwiegen italienische, im Indischen Ozean portugiesische Einflüsse. Nach seiner Rückkehr begann der Autor eine Überarbeitung der Schrift, die jedoch sein früher Tod unterbrach. Die nun vorliegende Erstausgabe greift daher auf die älteste Version zurück und bewahrt so die ursprüngliche Lebendigkeit der unklassisch kosmopolitischen Sprache Fernbergers.
Aus dem Inhalt: Fernbergers Reisetagebuch aus den Jahren 1588-1593 führt uns zunächst von Konstantinopel nach Ägypten, dann über den Sinai und Mesopotamien nach Hormuz. Hier betrat Fernberger die Welt des portugiesischen Estado da India, wo er sich zwei Jahre lang aufhalten sollte. Seine Reise führt vom Indus bis Malaysia. Verdienstvoll ist besonders die ausführliche Schilderung des bald darauf untergegangenen Reiches Pegu (später Siam). Auf der Rückreise nimmt Fernberger an Karawanenzügen durch Persien teil und entdeckt am anatolischen Van-See als erster Europäer der Neuzeit die Schriftfunktion der Keilschrift. Der letzte Reiseabschnitt führt durch Osteuropa und das Baltikum, für dessen frühneuzeitliche Kultur Fernbergers Bericht eine wichtige Quelle darstellt.