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Theologie der Wüste im Deuteronomium

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Reginaldo Gomes de Araujo

Sobald das Deuteronomium narrativen Charakter annahm, entwickelte es auch eine eigenständige Theologie von Israels Wüstenzeit. Diese versucht gegenüber diffusen Traditionen der pentateuchischen Literaturstufen eine einheitliche Gesamtdeutung der Wüstenzeit. In Dtn 1-3 ist die Theologie noch rein negativ: Nach der Sünde von Kadesch-Barnea sind die 40 Jahre reine Straf- und Wartezeit, in der eine Generation aussterben und eine andere heranwachsen soll. In einer spätdeuteronomistischen Stufe (Dtn 7-11) wird die Wüste zur Zeit der Sünde selbst, zugleich aber der trotz dieser Sünde aufgrund der Fürsprache Moses ständig wunderhaft geschenkten weiteren Zuwendung Gottes. Schließlich wird auf der Ebene der Pentateuchredaktion (Dtn 29,1-7) die Wüstenzeit zu einem Hinweg auf den Bundesschluß in Moab, der erst die eigentliche und volle Gestalt der Horeb-Bundesverpflichtung Israels darstellt. Die vorliegende literarkritische Arbeit untersucht die oben zitierten Texte und bestimmt ihr Verhältnis zum Gesetzeswerk, zum deuteronomistischen Geschichtswerk und zum weiteren Pentateuch. Sie ist die erste umfassende Untersuchung der Wüstentradition in bezug auf das Deuteronomium.
Aus dem Inhalt: Theologie der Wüste - Wüste in der deuteronomischen Vorstellung - Die Wüste im Deuteronomium - Die Wendung «40 Jahre in der Wüste» im Deuteronomium - Dtn 8 und die Bezüge zu den Wüstenerzählungen in Exodus und Numeri - Neues Bild von Israel in der Wüste - Rückblick auf die Wüste beim Bundesschluß - Wüste und Pentateuch.