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'Du übtest mit mir das feuerfeste Lied'

Eros und Intertextualität bei Claire und Iwan Goll

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Christoph Pleiner

Seit der Romantik stellen schreibende Paare ein literarisches Phänomen dar, das in der Moderne zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Als idealtypisch für diese Form von Lebens- und Arbeitsgemeinschaft kann man Claire und Iwan Goll sehen. Diese Untersuchung des deutsch-französischen Dichterehepaares, das zur Pariser Avantgarde gehörte, nach 1945 jedoch weitgehend in Vergessenheit geraten ist und durch die Affäre um Paul Celan geradezu tabuisiert wurde, ist nicht nur hinsichtlich der Erschließung des Nachlasses ein lohnender Forschungsbeitrag. Die Golls sind vor allem auch als Sonderfall des kontrovers diskutierten Intertextualitätsbegriffs interessant, da nahezu alle ihre Texte zueinander in Beziehung stehen und als Teile eines umfassenden literarischen Dialogs verstanden werden können.
Aus dem Inhalt: Intertextualität: Eine Methodenskizze - Biographische und ästhetische Voraussetzungen des Dialogs - Vermittlung und Synthese als gemeinsame Aufgabe - Die gemeinsame Liebeslyrik der Golls: intratextueller Diskurs über die Liebe - Das Paar und die Tradition: Sicherheit, Subversion und Synthese - Sehnsucht nach Synthese in der Moderne.