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Diskurskonstitution in der französischen Barockliteratur

Charles Sorel und Jean Rotrou

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Michael Niklas

Der Barock gehört, gerade was die französische Literaturgeschichtsschreibung betrifft, nach wie vor zu den umstrittensten Epochenbegriffen. Die Untersuchung nimmt diese problematische Epoche aus einer wissensarchäologischen Perspektive in den Blick. Auf der Grundlage eines diskurstheoretisch begründeten Epochenkonzepts für den französischen Literaturbarock wird gezeigt, inwieweit die französische Literatur des Barockzeitalters sich bereits im Horizont der sich konstituierenden taxonomisch-repräsentativen Episteme situiert. Die barocke Rede über die Welt erweist sich als ein Experimentieren, als ein konstruktives und selbstreflexives Sich-Erspielen einer neuen semiotischen Praxis. Anhand eines Dramas von Rotrou und des Francion-Romans von Sorel wird deutlich, daß gerade die Literatur als ein privilegierter Ort dieser Neukonstitution und ihrer selbstreflexiven Modellierung fungiert.
Aus dem Inhalt: Literatur zwischen Ort und Prozeß: zum Begriff der Epoche als Vermittlungskategorie - Entwurf eines diskurstheoretisch fundierten Barockkonzepts; differentielle Betrachtung der «Nachbarepochen» (Renaissance, Manierismus, Klassik) - Textanalysen: Rotrous Innocente Infidélité als Theater der Zeichenkonstitution in einer Welt des Scheins; Sorels Francion als metaliterarische Institutionalisierung einer neuen semiotischen Praxis.